Warum die Europäer so gern #Indianer spielen #karlmay #jenosborne #fotografie

Die Welt ist ein knallbunter Fundus aus wilden und stellenweise völlig bekloppten Hobbies und Menschen, die wahrscheinlich trotzdem oder gerade deswegen normaler sind als wir alle zusammen. Nehmen wir einfach mal die Karl-May-Fans, die sich nicht nur nach Bad Segeberg oder zur Felsenbühne Rathen verirren, um da mal ein bisschen Indianer-Theater anzuschauen. Nee, die echten Winnetou-Anhänger schauen nicht, die spielen auch nicht, die LEBEN ihre Leidenschaft. Wie diese Exemplare hier.

July 28, 2013. Outside Leipzig, Germany. A man holds up a gun during a German camp. He is Hungarian, but visits the German camp because it is the largest and most exciting of all. From 2011 until 2015, I photographed the elusive "Indian Hobbyists" situated in Hungary, Poland, Russia, Germany and the Czech Republic, as well as film stills from the popular Winnetou series and other Eastern European Native American films. The subjects in my series are not "ethnically" First Nations, but Europeans who use cultural mirroring, as practiced heavily in the sixties and seventies, to claim "Indianess", as well as present themselves as sympathetic to Native Americans. This hobby was once used as a form of psychological escape from grueling dictatorships embraced behind the iron curtain. Because this deeply private subculture is still present today, I wanted to explore whether imitation is flattery.

„28.7.2013. Leipzig, Deutschland. Ein Mann hält mit einer Pistole während eines deutschen Camps. Er ist Ungare, besucht jedoch das deutsche Camp, weil es das größte und aufregendste ist.“ (c) Jen Osborne/Redux on motherjones.com

"1.5.2011. Brno, Tschechien: Dies ist ein Hobby-Indianer ein Tag nach einer Zeremonie, der sich noch nicht die Farbe vom Körper gewaschen hat." (c) Jen Osborne/Redux on motherjones.com

„1.5.2011. Brno, Tschechien: Dies ist ein Hobby-Indianer ein Tag nach einer Zeremonie, der sich noch nicht die Farbe vom Körper gewaschen hat.“ (c) Jen Osborne/Redux on motherjones.com

"25.2.2012: Budapest, Ungarn. Ein ungarischer Mann sitzt in einer Hütte während eines Wintercamps außerhalb Budapests. (c) Jen Osborne/Redux on motherjones.com

„25.2.2012: Budapest, Ungarn. Ein ungarischer Mann sitzt in einer Hütte während eines Wintercamps außerhalb Budapests.“ (c) Jen Osborne/Redux on motherjones.com

Nun könnte man sich ja fragen, warum ausgerechnet Indianer? Warum haben wir Europäer solch eine Affinität zu dem Wilden Westen und dem Schicksal der Rothäute? Das zumindest fragte sich eine kanadische Fotografin namens Jen Osborne, die in Berlin lebt und bei ihren Reisen durch Ungarn, Polen, Russland, Deutschland und Tschechien auf viele verschiedene Hobby-Indianer aller Alters- und Güteklassen traf.

 

Amerikanische Pseudogeschichte trifft auf osteuropäische Subkultur. Sehr sehenswert. Und trotz der Kürze auch sehr lesenswert!

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