Überwachung 2.0 in farbenfrohem #Design: #hereO, eine GPS-Uhr für #Kinder bzw. eher für ihre Eltern

Mein Sohn ist erst letzte Woche zwei Jahre alt geworden, daher kann ich nicht genau sagen, ob ich nicht auch zu einer Übermutti mutieren werde, sobald er groß genug ist, auch mal seines eigenen Weges zu gehen. Im Zweifel ohne mein Wissen. Ich möchte gern glauben, dass ich nicht hysterisch und überängstlich reagiere und stattdessen – wie meine Eltern damals – erstmal entspannt bleibe und meinem Kind eine kräftige Standpauke halte, wenn es dann nach Hause kommt.

Manchmal frage ich mich, wie unsere Eltern das überhaupt gemacht haben, das mit dem entspannt bleiben. Oder waren die gar nicht so entspannt und hätten uns auch gern überwacht, wenn es möglich gewesen wäre?

Vielleicht hätten sie uns ja auch beschützen und ihre eigenen Nerven schonen wollen und dann das Indiegogo-Projekt hereO unterstützt, eine GPS-Uhr für Kinder, mit der Eltern jederzeit per Smartphone-App herausfinden können, wo sich ihr Kind gerade befindet.

hereO - die GPS-Uhr für Kids auf Indiegogo. Unterstützer müssen sich beeilen!

hereO – die GPS-Uhr für Kids auf Indiegogo. Unterstützer müssen sich beeilen!

Bunt und lustig und hübsch anzusehen – schliesslich wurden die Kinder ja auch selbst beim Design konsultiert. Und vielleicht ist das wirklich eine bessere Alternative zum Handy fürs Kind. Die Kleinen werden noch früh genug abhängig sein von ihren smarten Telefonen. Je später sie damit beginnen müssen, desto besser. Oder?

Alle Eltern, die jetzt denken: das ist es! müssen sich ranhalten, denn in weniger als zwei Tagen läuft die Kampagne ab. Bis dahin ist die Uhr noch für 129 US-Dollar zu haben, die übrigens auch in Deutschland funktionieren wird. Dazu braucht man dann nur eine deutsche Sim-Karte. Für all diejenigen, die sich jetzt nicht hetzen lassen wollen und länger als bis Juli warten können: im Herbst diesen Jahres soll hereO in den ersten Läden zu haben sein, allerdings vorerst nur in den USA.

So oder so, ich persönlich MÖCHTE mein Kind definitiv NICHT mit irgendeinem Gadget überwachen. Egal, ob verpackt in einer bunten lustigen Uhr wie hereO (wie gesehen auf Curved.de) oder in einem einfachen Smartphone oder was da sonst noch auf uns wartet in unserer hypertechnisierten Welt. Nun gibt es aber genügend Eltern, die dankbar ihre Ängste von modernen Geräten nehmen lassen. Und dabei in Kauf nehmen, dass die – meiner Meinung nach – notwendige Freiheit ihrer Kinder eingeschränkt wird. Ich weiß um die Sorgen einer Mutter. Ich kann mich aber auch noch gut erinnern, wie wichtig mir als Kind meine Geheimnisse waren. Das möchte ich meinem Kind nicht nehmen. Zumindest nur sehr ungern.

Schauen wir mal. Was meint Ihr dazu? Geht vermeintliche Sicherheit vor Freiheit? Und wenn ja, was bedeutet das für unsere Gesellschaft? Sind wir tatsächlich auf dem Weg in eine Zukunft wie in George Orwells 1984?

3 Kommentare

  1. Ich finde die Vorstellung „Kinder unter Dauerüberwachung“ ausgesprochen gruselig, auch wenn die Uhren so hübsch daherkommen. Aber im Grunde trägt jeder Erwachsene ebenso einen Tracker mit sich rum, sein/ihr Smartphone … aber schon interessant, dass er dafür anscheinend einen Markt gibt.

  2. hehe, ich denke, damit ist eher das Jahr gemeint: 2014 😀 Und ja, spätestens seit dem NSA-Skandal bzw. eigentlich ja schon seit 1948 ist das Überwachungsthema in unserer „Erwachsenenwelt“ präsent. Dass wir aber irgendwann selbst anfangen, dasselbe mit unseren Kindern zu tun und es als „gute Sache“ unter dem Gesichtspunkt Sicherheit einzuordnen, ohne das komisch zu finden… das ist neu. Schöne neue Welt… ähm, arme neue Generation!

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